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Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz

Gesetzlich geschützte Biotope

In Niedersachsen sind seit 1990 bestimmte Biotoptypen aufgrund ihrer Bedeutung für den Naturhaushalt und die biologische Vielfalt unter unmittelbaren Schutz (ehemals §§ 28a und b des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes) gestellt. Das bedeutet, dass allein schon die Existenz eines Biotopes, wo immer es sich auch befindet, ausreicht um den gesetzlichen Schutz auszulösen.

ErlenbruchwaldMit Inkrafttreten (01.03.2010) des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) sind Biotope nunmehr nach § 30 BNatSchG und § 24 Niedersächsisches Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz (NAGBNatSchG) gesetzlich geschützt. Im Biosphärenreservat „Niedersächsische Elbtalaue“ sind die Biotope nach § 17 Gesetz über das Biosphärenreservat „Niedersächsische Elbtalaue“ (NElbtBRG) gesetzlich geschützt.

Hierunter fallen z.B. folgende Biotoptypen:

  • natürliche oder naturnahe Bereiche fließender und stehender Binnengewässer ein-schließlich ihrer Ufer und der dazugehörigen uferbegleitenden natürlichen oder naturnahen Vegetation sowie ihrer natürlichen oder naturnahen Verlandungsbereiche, Altarme und regelmäßig überschwemmte Bereiche,
  • Moore, Sümpfe, Röhrichte, Großseggenrieder, seggen-, binsen- und hochstaudenreiche Nasswiesen, Bergwiesen, Quellbereiche, Binnenlandsalzstellen,
  • offene Binnendünen, offene natürliche Block-, Schutt- und Geröllhalden, Lehm- und Lösswände, Zwergstrauch-, Ginster- und Wacholderheiden, Borstgrasrasen, Trockenrasen, Schwermetallrasen, Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte,
  • Bruch-, Sumpf- und Auenwälder, Schlucht-, Blockhalden- und Hangschuttwälder,
  • offene Felsbildungen,
  • natürliche Höhlen und Erdfälle.

Als „Biotop“ bezeichnet man gemäß § 7 Abs. 2 Nr. 4 BNatSchG einen „Lebensraum einer Lebensgemeinschaft wild lebender Pflanzen- und Tierarten“. Diese Lebensräume sind unter einen besonderen Schutz gestellt, weil sie selten sind, einen hohen ökologischen Wert haben und der derzeitige Zustand vor nachteiligen Veränderungen gesichert werden soll.

Daher sind alle Maßnahmen und Handlungen, die zu einer Zerstörung oder einer sonstigen erheblichen Beeinträchtigung des Biotopes führen können, verboten. Dazu zählen vor allem:

  • Intensivierung der Bewirtschaftung durch z.B. verstärkte Düngung, frühere und häufigere Mahd, oder zu hoher Viehbesatz
  • Veränderungen von Quellen und Gewässern
  • Veränderung der Grundwasserverhältnisse durch z.B. Entwässerung, Dränierung oder Aufstauung
  • Umstockung von Laubwaldflächen in Bestände mit standortfremden Gehölzen
  • Durchführung von Kahlschlägen
  • Veränderungen der Bodengestalt durch z.B. Aufschüttung, Abgrabung oder Umbruch

Nutzungen, die den Zustand der Biotope nicht erheblich beeinträchtigen, sind weiterhin zulässig. Hergebrachte Nutzungsweisen, die wesentliche Voraussetzung für die Entstehung bestimmter Biotope waren, sind sogar erwünscht. Dazu zählt insbesondere die landwirt-schaftliche Nutzung von Nassgrünland und Magerrasen durch eine angepasste Mahd oder extensive Beweidung.

Es empfiehlt sich, vor einer Nutzungsänderung Kontakt zur unteren Naturschutzbehörde aufzunehmen, um die Zulässigkeit der Maßnahme abzuklären.

Von dem gesetzlichen Zerstörungs- und Beeinträchtigungsverbot nach § 30 Abs. 2 BNatSchG kann auf schriftlichen Antrag beim Landkreis Lüchow-Dannenberg als zuständige untere Naturschutzbehörde eine Ausnahmezulassung gemäß § 30 Abs. 3 und 4 BNatSchG erteilt werden, wenn die hierdurch entstehenden Beeinträchtigungen des Naturhaushaltes oder des Landschaftsbildes durch geeignete Maßnahmen ausgeglichen werden können.

Darüber hinaus können auf landwirtschaftlichen Flächen mit gesetzlich geschützten Biotopen unter bestimmten Voraussetzungen finanzielle Fördermöglichkeiten einer biotopverträglichen Bewirtschaftung im Rahmen des Vertragsnaturschutzes bestehen.

Nach § 14 Abs. 9 NAGBNatSchG werden die gesetzlich geschützten Biotope von der Naturschutzbehörde in ein Verzeichnis eingetragen. Die Gemeinden und Samtgemeinden erhalten hiervon eine Ausfertigung, sobald die Benachrichtigung der Eigentümer/ Nutzungsberechtigten erfolgt ist. In das Verzeichnis und die Auszüge kann jederman Einsicht nehmen.

Die Eigentümer oder Nutzungsberechtigten der jeweils betroffenen Grundstücke werden unter Hinweis auf das Zerstörungs- und Beeinträchtigungsverbot schriftlich über die Aufnahme in das Verzeichnis informiert (Bekanntgabe). Dabei ist zu beachten, dass die Biotope bereits vor der Bekanntgabe geschützt sind und somit unmittelbar dem Zerstörungs- und Beeinträchtigungsverbot unterliegen. Das bedeutet, wer aus Unkenntnis einen gesetzlich geschützten Biotop zerstört oder schädigt, handelt rechtswidrig und muss damit rechnen, dass er von der unteren Naturschutzbehörde gemäß § 3 Abs. 2 BNatSchG in Verbindung mit § 2 NAGBNatSchG zur Wiederherstellung des vorherigen Zustandes herangezogen wird und erforderlichenfalls im Wege der Ersatzvornahme auch die Kosten hierfür zu tragen hat.

Zudem stellen Verstöße gegen die Beeinträchtigungs- und Zerstörungsverbote eine Ordnungswidrigkeit gemäß § 69 BNatSchG in Verbindung mit § 43 NAGBNatSchG dar, die mit einer empfindlichen Geldbuße geahndet werden können.
Ein Bußgeldverfahren kann erst eingeleitet werden, wenn das Biotop dem Eigentümer/ Nutzungsberechtigten bekanntgegeben wurde.

Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen ist ein Widerspruch gegen die Bekanntgabe von gesetzlich geschützten Biotopen an den Eigentümer nicht möglich.

Weitergehende Information zu den gesetzlich geschützten Biotopen erhalten Sie auch auf der Internetseite des NLWKN unter dem Pfad "Naturschutz" > "Veröffentlichungen".

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Landkreis Lüchow-Dannenberg
Fachdienst 67 - Natur und Landschaft
Maike Mangelsdorf, Tel.: 05841 / 120-518
Ute Ostermann, Tel.: 05841 / 120-511
Astrid Möller, Tel.: 05841 / 120-510
E-Mail: naturschutz@luechow-dannenberg.de

Natur- und Landschaftsschutzgebiete

Zwischen dem Geestrücken der osthannoverschen Endmoräne und den Elbniederungen breitet sich eine durch reiche Abwechslung gekennzeichnete Landschaft aus, deren Fauna und Flora zu einem Eldorado für Naturfreunde geworden ist.

Der Naturpark Elbhöhen-Wendland mit dem großen Landschaftsschutzgebiet „Elbhöhen-Drawehn", das Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue, zahlreiche Landschaftsschutz- und Naturschutzgebiete sowie Natura 2000-Gebiete (Vogelschutzgebiete und Flora-Fauna-Habitat-Gebiete) zeugen von dem außerordentlichen Naturreichtum des Landkreises Lüchow-Dannenberg.

Ausgedehnte Wälder der Göhrde im Westen, große, stille Heideflächen im Osten, die Auenlandschaften der Elbe im Norden und die Landgraben-Dumme-Niederung im Süden sind so wertvoll, dass sie durch unterschiedliche Schutzkategorien vor negativen Veränderungen durch den Menschen geschützt werden – zum Wohle von Mensch, Tier und Pflanze.

Detaillierte Informationen bietet Ihnen die folgende interaktive Karte. Um sich die Karte in einem eigenen Fenster anzeigen zu lassen, klicken Sie auf Größere Karte anzeigen.

 

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Uwe Meyer, Tel.: 05841 / 120-512
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Natura 2000-Schutzgebiete

"Natura 2000“ ist ein zusammenhängendes europäisches ökologisches Netz von Schutzgebieten.

Logo Natura 2000Die Gebiete innerhalb dieses Netzes werden als sogenannte Fauna-Flora-Habitat- (FFH) und Vogelschutzgebiete bezeichnet und durch entsprechende Richtlinien sowie artenschutzrechtliche Regelungen bestimmt. (FFH steht für F = Fauna = Tierwelt, F = Flora = Pflanzenwelt, H = Habitat = Lebensraum bestimmter Tier- und Pflanzenarten)

Welche Richtlinien gibt es? Was ist ihr Inhalt?

FFH-Richtlinie

Grundlage für „Natura 2000-Gebiete“ und somit zugleich für FFH-Gebiete ist die FFH-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen). In dieser Richtlinie sind fachliche Grundlagen, Ziele und Vorgaben zur Errichtung von „Natura 2000-Gebieten“ festgelegt. Die Anlage der FFH-Richtlinie listet alle maßgeblichen, gefährdeten, wildlebenden Tier- und Pflanzenarten sowie deren Lebensräume bzw. Lebensraumtypen auf.

Vogelschutzrichtlinie

Die Europäische Vogelschutzrichtlinie (Richtlinie 79/409/EWG des Rates vom 2. April 1979 zur Erhaltung der wildlebenden Vogelarten) dient der Errichtung von Vogelschutzgebieten und der damit verbundenen Erhaltung sämtlicher, im europäischen Gebiet vorkommender, wildlebender Vogelarten sowie deren Eier, Nester und Lebensräume.

Der Fokus liegt hierbei auf der Bewirtschaftung, Regulierung und dem Schutz dieser Arten. Um dies erfolgreich umsetzen zu können, ist die Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Lebensräume der maßgeblichen Vogelarten von größter Bedeutung.

Was ist der Hintergrund zur verbindlichen Ausweisung von „Natura 2000-Gebieten“?

Im Mai 1992 hat der Rat der Europäischen Gemeinschaft (EG) die FFH-Richtlinie als Grundlage zur Verpflichtung des Bundes und der Länder zum Aufbau und Schutz von „Natura 2000-Gebiete“ auf den Weg gebracht. Das Ziel der Richtlinie und somit auch der Ausweisung der „Natura 2000-Gebiete“ ist es, den Erhalt der ökologischen Vielfalt zu fördern, einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten sowie natürliche und naturnahe Lebensräume und bestandsgefährdete, wildlebende Arten zu erhalten und zu entwickeln.

In diesem Zusammenhang wurden durch die einzelnen Bundesländer Schutzgebiete ausgewählt, benannt und anschließend im Benehmen mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit an die EU-Kommission weitergeleitet.

Hinweis: Mit der Benennung der Gebiete an die EU-Kommission gilt auf diesen Flächen ein Verschlechterungsverbot. Somit sind bereits zum jetzigen Zeitpunkt alle Veränderungen und Störungen, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung eines Natura 2000-Gebietes führen können, unzulässig (§ 33 Abs. 1 BNatSchG). Dabei wird bei der Durchführung einer Verträglichkeitsprüfung festgestellt, welche Beeinträchtigungen als „erheblich“ gelten.

Wie erfolgt eine Sicherung bzw. Ausweisung der „Natura 2000-Gebiete“?

Um den Anforderungen der FFH-Richtlinie gerecht zu werden, müssen die der EU-Kommission benannten Gebiete hoheitlich gesichert werden. Das bedeutet, dass die Gebiete gem. § 32 Abs. 2 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) individuell je nach Erhaltungsziel zu „geschützten Teilen von Natur- und Landschaft“ zu erklären sind.

Die Sicherung erfolgt dabei durch das Erlassen von Rechtsverordnungen und ist gem. § 20 Abs. 2 (BNatSchG) u.a. als Natur- oder Landschaftsschutzgebiet, Biosphärenreservat oder als geschützter Landschaftsbestandteil vorzunehmen.

Der Inhalt einer solchen Rechtsverordnung bzw. Schutzgebietserklärung (z.B. Naturschutzgebiets-verordnung) bestimmt sich nach § 32 Abs. 3 BNatSchG. Demnach werden entsprechende Erhaltungsziele im Schutzzweck festgelegt, eine Gebietsbegrenzung vorgenommen, Gebote und Verbote sowie Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen in die Verordnung aufgenommen.

Ausweisung von „Natura 2000-Gebieten“ im Landkreis Lüchow-Dannenberg

Für den Landkreis Lüchow-Dannenberg wurden acht FFH-Gebiete und fünf Europäische Vogelschutzgebiete an die EU-Kommission gemeldet. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg ist als untere Naturschutzbehörde (UNB) für die Unterschutzstellung der „Natura 2000-Gebiete“ seit der Übertragung durch das Land Niedersachsen am 1. Januar 2008 zuständig.

Ablauf eines Verordnungsverfahrens

Zunächst werden alle erforderlichen Daten z.B. Kartierungen, Kartengrundlagen etc. zusammengestellt und durch die UNB ein Vorentwurf einer Verordnung gefertigt. Der Vorentwurf wird einem Begleitausschuss vorgestellt. Dieser besteht nach Kreistagsbeschluss vom 23. Juni 2014 aus Vertretern der Gemeinden, der Landwirtschaft, von Naturschutzverbänden sowie der Wasser- und Bodenverbände.

Es folgt eine Bürgerinformation als vorgezogene Bürgerbeteiligung, bevor der Verordnungsentwurf dem Ausschuss für Verbraucher-, Umwelt- und Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft vorgelegt wird.

Anschließend wird eine Anhörung der Träger öffentlicher Belange und der anerkannten Naturschutzverbände durchgeführt. Im weiteren Verfahrensschritt können nun im gesetzlich geregelten Verordnungsverfahren von jedermann Bedenken, Anregungen und Einwände, im Rahmen der öffentlichen Auslegung, vorgebracht werden. Die UNB wird diese dann fachlich und rechtlich bewerten und gegebenenfalls in der Verordnung berücksichtigen.

Nun erfolgt der Beschluss der Verordnung durch die politischen Gremien d.h. der Entwurf wird im Fach- und Kreisausschuss behandelt und anschließend im Kreistag beschlossen. Nachdem die Verordnung beschlossen wurde, findet die Veröffentlichung zusammen mit maßgeblichen Karten der Verordnung statt.

Abgeschlossene Schutzgebietsverfahren:

FFH 75 und V 29 -  "Landgraben-Dummenniederung"

1) Naturschutzgebiet "Lüchower Landgrabenniederung"

2) Landschaftsschutzgebiet "Lüchower Landgraben"

3) Naturschutzgebiet "Maujahn"

4) Naturschutzgebiet "Mittlere Dumme und Püggener Moor"

5) Naturschutzgebiet "Nemitzer Heide"

 

Laufende Verfahren             TÖB-Beteiligung

1) Naturschutzsgebiet "Eichen- und Buchenwälder in der Göhrde"     Stand: 17.05.2018

2) Naturschutzgebiet "Blütlinger Holz"       Stand: 17.05.2018

3) Landschaftsschutzgebiet (LSG) "Jeetzelsystem mit Quellwäldern"      Stand: 26.06.2018

4) Landschaftsschutzgebiet "Konau bei Braudel"       Stand: 06.07.2018

 

 

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Landkreis Lüchow-Dannenberg
Fachdienst 67 - Natur und Landschaft
Kati Laßen, Tel.: 05841 / 120-513
Uwe Meyer, Tel.: 05841 / 120-512
E-Mail: naturschutz@luechow-dannenberg.de

EU-Förderprojekt: „Landschaftspflege und Gebietsmanagement"

Mit der Maßnahme „Landschaftspflege und Gebietsmanagement" wird die Zusammenarbeit zwischen Akteuren in ländlichen Gebieten unterstützt. Ziel ist eine bessere Akzeptanz für Naturschutz- und Agrarumweltmaßnahmen und eine höhere Effektivität dieser Maßnahmen.

Der Landkreis Lüchow-Dannenberg hat in erfolgreicher Zusammenarbeit mit seinen Kooperationspartnern, dem Bauernverband Nordostniedersachsen e. V. und dem Landschaftspflegeverband e. V., eine Bewilligung für Fördermittel aus dem Europäischen Förderfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums für das Projekt „Aufbau und Etablierung einer Gebietsbetreuung in den „Natura 2000“-Gebieten EU-Vogelschutzgebiet „Lucie“, EU-Vogelschutzgebiet „Drawehn“, sowie EU-Vogelschutzgebiet „Nemitzer Heide“ und Fauna-Flora-Habitatgebiet „Nemitzer Heide“ und deren Umfeld.“ erhalten.

I. Grundlage und Bedeutung der Projektbeantragung

Grundlage:

Maßgeblich für dieses Projekt ist die Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der Zusammenarbeit in der Landschaftspflege und dem Gebietsmanagement in Niedersachsen und Bremen (Richtlinie Landschaftspflege und Gebietsmanagement – RL LaGe) vom 16.12.2015.

Bedeutung:

Die noch relativ artenreiche, agrarisch geprägte Kulturlandschaft mit ihren natur- und kulturgeprägten Ökosystemen bestimmt maßgeblich den Naturschutzwert der hier betroffenen EU-Vogelschutzgebiete „Lucie“, „Drawehn“ und „Nemitzer Heide“ sowie des FFH-Gebietes „Nemitzer Heide“. Diese sind Teil der Natura 2000-Gebietskulisse des Landes Niedersachsen. Bereits im frühen Vorfeld der hoheitlichen Sicherung dieser Natura 2000-Gebiete sollen möglichst flächig Maßnahmen initiiert, konzipiert und durchgeführt werden, die einen günstigen Erhaltungszustand von Lebensraumtypen (LRT) und wertgebenden Arten herstellen oder zu etablieren helfen.

Ein günstiger Erhaltungszustand ist hier für die FFH-Lebensraumtypen des Offenlandes (z.B. artenreiches Grünland, Heiden, Magerrasen) ebenso sicherzustellen, wie für die in diesen EU-Vogelschutzgebieten wertgebenden europäischen Vogel- und sonstigen Arten der Agrarlandschaft.

Folgende Arten sind in den genannten Gebieten von besonderer Bedeutung:

  • FFH-Gebiet „Nemitzer Heide“: Insekten, Reptilien und Amphibien
  • EU-Vogelschutzgebiet „Lucie“: Ortolan, Neuntöter, Sperbergrasmücke, Kranich
  • EU-Vogelschutzgebiet „Drawehn“: Heidelerche, Ortolan
  • EU-Vogelschutzgebiet „Nemitzer Heide“: Brachpieper, Heidelerche, Wiedehopf, Ziegenmelker, Wendehals, Raubwürger, Ortolan

Weitere Vogelarten der niedersächsischen Strategie für Arten- und Biotopschutz, wie das Rebhuhn, die Feldlerche, die Grauammer und der Rotmilan sollen und werden von den Ergebnissen der Kooperation profitieren.

II. Projektdarstellung

Der Landkreis Lüchow-Dannenberg - untere Naturschutzbehörde (UNB) -, der Landschaftspflegeverband Wendland-Elbetal e. V. (LPV) und der Bauernverband Nordostniedersachsen e. V. (BVNON) beabsichtigen mit diesem Projekt, die mit der Erhaltung, Pflege, Bewirtschaftung und Entwicklung der EU-Vogelschutzgebiete „Lucie“, „Drawehn“ und „Nemitzer Heide“, sowie dem Fauna-Flora-Habitatgebiet „Nemitzer Heide“ befassten Institutionen und Akteure in einer neuen Kooperationsstruktur effektiver und umfassender, als bei der seit 2008 im Rahmen der Förderrichtlinie „NULUQ“ durchgeführten Qualifizierung, zu vernetzen (s. Abbildung Kooperationsstruktur).

Damit soll den zunehmend komplexen Schutzaufgaben in diesen Natura 2000-Gebieten beispielgebend mit einem Flächenmanagement begegnet werden, das die Belange des Naturschutzes, der Landwirtschaft und auch der Regionalentwicklung (Bioenergie) in Ausgleich bringen kann.

Unter der Leitung der UNB des Landkreises Lüchow-Dannenberg soll ein Netzwerk geschaffen werden, welches Fachplanungen des Naturschutzes u. a. eng abgestimmt mit den Belangen der Landwirtschaft, in eine langfristig tragfähige Umsetzung bringt. In der geplanten Kooperationsstruktur sollen Projekte entwickelt und umgesetzt werden, die den besonderen naturschutzfachlichen Anforderungen an die Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Nutzflächen und ihres Umfeldes, einschließlich der Erhaltungsziele gemäß „Natura 2000“, bestmöglich Rechnung tragen. Kern des neuen Netzwerkes sind die institutionalisierten Kooperationen zwischen der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Lüchow-Dannenberg mit dem Bauernverband Nordostniedersachsen e.V., sowie mit dem Landschaftspflegeverband Wendland-Elbetal e.V.. Beide Projektpartner sind seit Jahrzenten in den Bereichen der Landwirtschaft bzw. der Landschaftspflege im Landkreis Lüchow-Dannenberg tätig und verfügen über umfangreiche, langjährige Erfahrung im Bereich der Agrarumweltmaßnahmen und der Qualifizierung.

Die Kooperationsstruktur finden Sie HIER.

III. Ziele des Projektes

  • Information und Beteiligung der Flächeneigentümer und Bewirtschafter bei Maßnahmen der Landschaftspflege und bei der Weiterentwicklung bestehender Agrarumweltmaßnahmen des Landes Niedersachsen, hier insbesondere der Landwirte und der Gemeinden

  • Einbeziehung möglichst aller in der Agrarlandschaft wirtschaftenden, landwirtschaftlichen Betriebe und landwirtschaftlichen Betriebsarten

  • Erweiterung der bisher programmatisch eingeschränkten Qualifizierung auf eine vollständige naturschutzorientierte Betriebsberatung aller jeweils aktuell angebotenen Agrarumweltmaßnahmen. Gleichfalls wird eine naturschutz-fachliche Ausgestaltung von ökologischen Vorrangflächen (Greening) beraten

  • Einbeziehung von weiteren im Bezugsraum tätigen Akteuren und Institutionen in die Kooperationsstruktur, welche dabei mitwirken können, weitere ökologisch ausgerichtete Trittsteine oder Vernetzungsstrukturen in der Landschaft zu etablieren (z.B. Wegeraine – Gemeinde, Gewässerrandstreifen – Unterhaltungsverband).

  • Entwicklung und beispielhafte Umsetzung einer transparenten Naturschutz-Fachplanung in den Natura 2000-Gebieten, die den Anforderungen einer Natura 2000 Erhaltungs- und Entwicklungsplanung entspricht und mit den Belangen der Landwirtschaft und der Regionalentwicklung (hier insbesondere der Bioenergienutzung) bestmöglich abgestimmt ist

  • Optimierung der Gewässerunterhaltung und -entwicklung auch im Sinne des Vogelschutzes

  • Optimierung des Jagdbetriebes unter Berücksichtigung des Arten- und Biotopschutzes sowie der Revierentwicklung im Sinne des Vogelschutzes

  • Dokumentation erfolgter Maßnahmen

  • Effizienzsteigerung und Synergien für die kooperierenden Institutionen durch verbesserte Arbeitsstrukturen und klare Verantwortlichkeiten,

  • Erzielen von Synergieeffekten mit anderen Maßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raums.

IV. Gebietskulisse

Die vorgesehene Gebietsbetreuung soll in den genannten EU-Vogelschutzgebieten und dem FFH-Gebiet sowie in deren Umfeld aufgebaut und etabliert werden (siehe Karte).

Aus dem Bezugsraum der Gebietsbetreuung heraus genommen wurden größere Waldbereiche, die sich innerhalb der genannten Natura 2000-Gebiete befinden, sowie Überschneidungsbereiche mit dem Betreuungsgebiet der Ökologischen Station „KluGe Dumme“. Erweitert wurde der Bezugsraum über die Grenzen der genannten Natura 2000-Gebiete hinaus, um die Kulisse der AUM BS 5 „Mehrjährige Schonstreifen für den Ortolan“ in die Gebietsbetreuung einzubeziehen.

Kontakt
Landkreis Lüchow-Dannenberg
Fachdienst 67 - Natur und Landschaft
Frau Dr. Corinna Ebeling, Tel.: 05841/ 120-547
E-Mail: naturschutz@luechow-dannenberg.de

Der Wolf ist zurück - und jetzt?

Foto: Axel BürgenerDen Wolf kennen viele nur aus dem Zoo. Doch das Rudeltier mit dem bräunlich-grauen Fell ist inzwischen auch in den Landkreis Lüchow-Dannenberg zurückgekehrt.

Im Raum Gartow ist ein Paar bestätigt, das bereits Nachkommen gezeugt hat. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass sich in der Göhrde eine Wölfin angesiedelt hat.

Die Rückkehr des einst in Deutschland ausgerotteten Tieres wirft viele Fragen auf: Wie sollte ich mich verhalten, wenn ich einem Wolf begegne? Was kann ich tun, wenn ich kranke oder verletzte Tiere sehe?

Dokumente zum Herunterladen:

Aktuelle Informationen (Stand Oktober 2017) zum Niedersächsischen Wolfskonzept des Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz finden Sie hier.

Kontakt
Landkreis Lüchow-Dannenberg
Fachdienst 67 - Natur und Landschaft
Uwe Meyer, Tel.: 05841 / 120-512
E-Mail: naturschutz@luechow-dannenberg.de

Verordnungen für den Natur- und Landschaftsschutz

Die gesammelten Verordnungen des Landkreises Lüchow-Dannenberg zum Natur- und Landschaftsschutz finden Sie in einer eigenen Datenbank.

 

Beauftragte im Natur- und Landschaftsschutz

Kreisbeauftragte für Naturschutz und Landschaftspflege

  1. Eckart Krüger, Hauptstraße 50, 29494 Trebel, Tel.: 05848 / 669
  2. Dr. Günther Nemetschek, Satemin 12, 29439 Lüchow (Wendland), Tel.: 05841 / 4185

Hornissenbeauftragter für den Landkreis Lüchow-Dannenberg

  • Marco Otte, 0171/ 21 54 061

Weißstorchbeauftragte für den Landkreis Lüchow-Dannenberg

  • Antje Fäseke, Tel-Nr.: 05848/836

Fledermausbetreuer für den Landkreis Lüchow-Dannenberg

  • Frank Manthey, Tel. 04101/779867 oder 0178/2363345 

Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue

Nationale Naturlandschaften

Flusslandschaft Elbe:
Rückzugsgebiet für gefährdete Pflanzen und Tiere

Die Elbe ist einer der größten Ströme Mitteleuropas. Sie bestimmt großräumig die Landschaftsstruktur und den Landschaftshaushalt in weiten Teilen der Tschechischen Republik und Deutschlands. Bei einem der wenigen europäischen Flüsse sind hier Gewässerverlauf und stromtaltypische Lebensräume im Verbund noch weitgehend naturnah erhalten geblieben. Die vielfältige Auenlandschaft entlang der Elbe von der Quelle im Riesengebirge bis zur Mündung in die Nordsee ist einzigartig. Im Bereich der mittleren Elbe besitzt der Fluss nur noch ein geringes Gefälle und windet sich in weiten Schleifen durch sein zwei bis acht Kilometer breites Auengebiet. Buhnen stabilisieren den Verlauf des Stromes und sichern das Fahrwasser der Elbe für die Binnenschifffahrt. An den Hauptstrom mit seinen Sandbänken, Schlammufern und Röhrichten schließen sich die Vorländer und Werder (ehemalige Inseln oder Halbinseln in der Elbe) an. Ihr Erscheinungsbild wird durch großflächiges Auengrünland mit zahlreichen Altarmen und Bracks sowie kleinflächigen Weich- und Hartholzauenwälder geprägt. Dieses Deichvorland wird einschließlich der Niederungen der einmündenen Nebenflüsse wie Aland, Seege und Jeetzel regelmäßig bei Hochwasser überschwemmt. An diese sog. aktive (d.h. immer noch regelmäßig überschwemmte) Aue schließt auf der Landseite der Deiche die ursprüngliche Aue mit der weiträumigen Elbmarsch an. Die Marsch wird in Niedersachsen in die Bereiche Lüneburger, Neuhäuser, Dannenberger und Gartower Elbmarsch unterteilt. Die Marschen werden von den Niederungen der Elbnebenflüsse durchzogen. Am Talrand folgen in weiten Teilen nacheiszeitliche Talsande und Dünenfelder. Diese sind im Bereich des Carrenziener Forstes meist mit flechtenreichen Kiefernwäldern bestanden.

Stixer Wanderdüne:
Bei Stixe besteht noch eine Wanderdüne, deren Sand ständig durch den Wind bewegt wird. Hier befinden sich typische Offensandbereiche und Sandtrockenrasen. Als letzte offene Düne dieses Dünenzuges umfasst sie eine Fläche von ca. 9,5 ha. Verschüttete Kiefern stehen als Beweis für die noch heute bestehende Aktivität der Düne. Bei trockenem, windigen Wetter kann man dem Naturschauspiel beiwohnen und die Wanderbewegung des Sandes gen Osten beobachten. Streckenweise fließt die Elbe auch am Fuß von Erd- und Geröllbergen, die in der Eiszeit von Gletschern abgelagert wurden (sog. Moränen). Dies ist beispielsweise bei Alt Garge, zwischen Hitzacker und Neu Darchau sowie am Höhbeck der Fall. Hier haben sich steile, bis zu 70 m hohe Geestkanten gebildet, die meist mit Buchen- und Eichenwäldern bewachsen sind. In dieser vielfältig strukturierten Landschaft finden etwa 1.300 Pflanzenarten einen Lebensraum. Ungefähr 400 dieser Arten gelten als in ihrem Bestand gefährdet. Hierzu gehören beispielsweise Schwarzpappel und Brenndolde.

Ein Paradies für Vögel ...
Fast 150 verschiedene Vogelarten (u.a. Weißstorch, Kranich und Seeadler) brüten in diesem Gebiet. Nordische Schwäne und Gänse rasten hier auf ihrem Zug im Frühjahr und Herbst zu Tausenden. Die Gastvögel rasten im Elbetal, da Buhnefelder, ruhige Seitengewässer und Nebenflüsse der Elbe Schutz und Ruhe vor Störungen bieten. Im Elbschloss Bleckede können Sie einem Storch in das Nest schauen und sich über die zahlreichen Horste informieren.

... und andere gefährdete Tierarten

In den letzten Jahren wandern Biber und Fischotter wieder ein und erobern sich das Elbetal langsam als Lebensraum zurück.

Was sind Biosphärenreservate ?
Biosphärenreservate sind Modellregionen. In ihnen soll gemeinsam mit den hier lebenden und arbeitenden Menschen eine wirtschaftliche Form der Landnutzung entwickelt und umgesetzt werden, die zugleich dem Schutz und der Pflege einer lebenswürdigen Umwelt und bestimmter Lebenräume für Pflanzen und Tiere dient. Außerdem sollen Biosphärenreservate zugleich Forschungs- und Bildungszwecken dienen. Um allen Zielen gerecht werden zu können, gliedern sie sich - abgestuft nach dem Einfluss menschlicher Tätigkeit - in verschiedene Zonen.

Sie finden die Biosphärenreservatsverwaltung Niedersächsische Elbtalaue im Alten Rathaus in Hitzacker.