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Halloween – ein Fall für den Kinderschutz? (27.10.2023)
Landkreis Lüchow-Dannenberg (PM 184b/2023)

Kleine Gespenster, Monster und Hexen ziehen in diesen Tagen wieder im Dämmerlicht durch die Straßen und verlangen an den Haustüren „Süßes, sonst gibt’s Saures!“ Seit einigen Jahren wird Halloween mit wachsender Begeisterung auch in Lüchow-Dannenberg gefeiert. Und so wirbt ein Einkaufzentrum in Lüchow-Dannenberg in seinem Wochenprospekt für „Brain“ (Gehirn) aus Fruchtgummi und „Blood Syrup“ (Blutsirup) im Infusionsbeutel. Und an einer Tankstelle in der Region begrüßt ein Skelett die Kundschaft im Eingangsbereich. Ist das nur ein bisschen gruselig – oder ist das ein Fall für den Kinderschutz?

„Der Nervenkitzel gehört für Kinder an Halloween dazu“, sagt Susan Fuhrmann von der Fachstelle Kinder- und Jugendschutz des Landkreises Lüchow-Dannenberg. Sie warnt aber davor, gerade jüngeren Kindern ungeschützt diesem Grusel auszusetzen. Denn: „Je jünger Kinder sind, desto sensibler reagieren sie auf angsteinflößende Kostüme und Effekte. Kinder im Vorschulalter können oft noch nicht zwischen Fiktion und Realität entscheiden.“

Damit für die Heranwachsenden aus Spaß keine Angst wird, sei die Auswahl altersgerechter Kostüme wichtig, sagt Fuhrmann und gibt zu bedenken, dass auch Kleinkinder an Halloween Haustüren öffnen und verschreckt werden können. „Dabei sollte das eigene Zuhause doch ein sicherer Hafen sein, oft sind Kinder jedoch Grusel ausgesetzt, den sie nicht wirklich wollen.“ 

Der Verkauf von Horrorfilmen an Kinder sei aus gutem Grund verboten, Horrorkostüme zu diesen Filmen seien allerdings frei verkäuflich, so Fuhrmann. Dabei gehe es keineswegs nur um Totenschädel oder Skelette. „Hervortretende Augen, ein Beil im Kopf, Zombies, Messerstecher und Horrorclowns – solche Darstellungen können Kinder stark verängstigen.“ Nicht selten würden Kinder als gruselige Charaktere aus Filmen verkleidet, die erst ab 16 oder 18 freigegeben sind. „Würden Kinder diese Filme schauen, würden Eltern ihre Aufsichtspflicht vernachlässigen“, erklärt Susan Fuhrmann. Mal ganz davon abgesehen, dass nicht alle Filme, die für Kinder freigegeben ist, auch empfehlenswert seien. „Am besten machen sich Sorgeberechtigte selbst ein Bild von dem, was zu Halloween über die Mattscheibe flimmert. Sie können normalerweise gut einschätzen, ob ihr Kind schon bereit ist für den Gruselfaktor.“

Haben die Kinder eine stark verängstigende Begegnung gehabt, können Sorgeberechtigte ihnen helfen, sagt Fuhrmann. „Kinder können mit einer netten Geschichte abgelenkt werden, es kann entspannte Musik oder ein Hörspiel gehört werden oder schöne Bilder gemalt werden. Auch Bewegung dient dem Stressabbau. Es ist wichtig für Kinder da zu sein und sie ernst zu nehmen, um ihnen Schutz zu bieten.“

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