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"Wildlingsdorf" geplant: Landkreis Lüchow-Dannenberg sucht Grundstück (04.01.2024)
Landkreis Lüchow-Dannenberg (PM 002/2024)

Der Landkreis Lüchow-Dannenberg überlegt ein "Wildlingsdorf", einen geschützten Raum für eingefangene verwilderte Katzen zu schaffen. Jetzt, in der frühen Planungsphase, soll nach einem geeigneten Gelände gesucht und die Kosten ermittelt werden.  Benötigt wird ein gartenähnliches Grundstück zur Anmietung oder zum Ankauf.

 „Verwilderte Katzen sind sehr scheu und daher nicht geeignet, in Haushalte abgegeben zu werden“, erklärt Amtstierärztin Dr. Birgit Mennerich-Bunge. „Ihre unkontrollierte Vermehrung in der Natur kann sich zu einem erheblichen Tier- und Naturschutzproblem entwickeln.“ Denn oft besuchen diese Katzen schlecht kontrollierte Futterstellen, wo sie aufeinandertreffen und Infektionskrankheiten sich stark verbreiten.

 Ein „Wildlingsdorf“ dagegen bietet einen sicheren Ort, an dem diese Tiere ihren Bedürfnissen versorgt und betreut werden können. Nach Kastration, Kennzeichnung und falls erforderlich tierärztlicher Behandlung bleiben die Tiere solange im Wildlingsdorf, bis eine geeignete kontrollierte Futterstelle für sie gefunden ist. Die Versorgung der Tiere soll durch externes Personal erfolgen.

 Zwar bestehe für freilaufende Katzen schon jetzt eine Kastrationspflicht. Bislang fühle sich zumeist aber niemand für diese Tiere zuständig, erklärt die Amtstierärztin. Mit einer frühzeitigen Kastration und der Unterbringung im Wildlingsdorf könne ein Teufelskreis unterbrochen werden. Flankierend bleibt die Aufklärung der Bevölkerung wichtig: Eine wichtige Empfehlung an Tierhalter lautet beispielsweise, den eigenen Tieren Futter nur kontrolliert anzubieten.  

 Gesucht wird ein Gelände von ca. 1000 qm Größe, das über einen Wasser- und Stromanschluss verfügt. Es sollte die Möglichkeit bieten, mehrere Gartenhäuschen aufzustellen, diese sind als Rückzugsort für jeweils ca. drei bis fünf Katzen gedacht. Weiterhin muss die Möglichkeit einer Umzäunung mit teilweiser Netzabschirmung nach oben gegeben sein. Die Anbindung an ein Gebäude, in dem Räume genutzt werden könnten, wäre wünschenswert, ist aber nicht Bedingung. „Sofern eine Kastration und Nachversorgung nicht komplett in einer Tierarztpraxis sichergestellt werden kann, gibt es Überlegungen, zusätzlich diverse getrennte und desinfizierbare Räumlichkeiten einzurichten, eventuell durch das Aufstellen von Containern, in denen frisch kastrierte, kranke oder ganz junge Katzen vorübergehend quarantänisiert und versorgt werden können“. Wünschenswert wäre außerdem, wenn das Grundstück nicht völlig isoliert läge, sondern an eine Bewohnung anschließen würde, so Mennerich-Bunge.

Grundstückeigentümer, die sich vorstellen könnten, eine Fläche für das Wildlingsdorf zur Verfügung zu stellen, erreichen das Veterinäramt per E-Mail an vetamt@luechow-dannenberg.de oder telefonisch unter 05841 / 120-293.

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