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Holocaust-Gedenktag in Lüchow-Dannenberg (24.01.2024)
Landkreis Lüchow-Dannenberg (PM 018/2024)

Stolpersteine in Lüchow erinnern an die jüdische Großfamilie Mansfeld, in Dannenberg weisen Stolpersteine auf die Familien Wolff und Friedländer hin. Im Museum Wustrow gibt es zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zur NS-Geschichte im Wendland. „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen“, sagte 1996 der damalige Bundespräsident Roman Herzog zur Einführung des Holocaust-Gedenktages in Deutschland. Am Samstag hängen die Flaggen vor dem Kreishaus und anderen Amtsgebäuden auf halbmast.

Am 27. Januar wird international den Opfern des Holocaust gedacht. Vor 79 Jahren, am 27. Januar 1945, wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit. Auschwitz steht stellvertretend für die vielen Orte, an denen Millionen von Menschen durch die Nationalsozialisten misshandelt und ermordet wurden. 6 Millionen Menschen jüdischen Glaubens wurden grausam umgebracht, auch Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen und Menschen sexueller Minderheiten wurden verfolgt und getötet.

Stolpersteine in Lüchow-Dannenberg

In Lüchow wurde die jüdische Familie Mansfeld 1942 deportiert, nur Margarete Mansfeld überlebte, sie wurde aus dem Konzentrationslager Theresienstadt befreit, die 10 weiteren Familienmitglieder wurden alle ermordet. Stolpersteine erinnern in der Lüchower Kalandstraße an die Großfamilie. In der Dannenberger Marschtorstraße erinnern Stolpersteine an die Familie Wolff, die 1938 nach Uruguay geflohen ist, und an die Familie Friedländer aus der Bahnhofstraße. Sie ist 1933 nach Jugoslawien geflohenen, Dr. Otto Karl Friedländer wurde 1943 nach Theresienstadt deportiert und ermordet, seine Frau Magdalena und Tochter Lilie überlebten den Holocaust. Elke Meyer-Hoos vom Museum Wustrow hat zur NS-Zeit im Wendland geforscht. Die Freie Bühne Wendland hat die Geschichte der jüdischen Familie Mansfeld in ihrem Stück „Hermine Katz und das ungeheure Wissen der Dachböden“ verarbeitet.

Zur Wachsamkeit mahnen

Wissenschaftliche Forschung, Erinnerungsorte oder künstlerische Auseinandersetzung, seien wichtige Grundlagen, um Geschichte zu begreifen und wachsam zu bleiben, so Landrätin Dagmar Schulz „Wir erinnern am Holocaust-Gedenktag an die Schrecken der unrechtmäßigen nationalsozialistischen Herrschaft von 1933 bis 1945. Wir müssen aus der Vergangenheit lernen und verstehen, wie es dazu kommen konnte. Und rechtsextremen Bestrebungen aktiv und konsequent entgegenwirken.“

Dass heute rechtsextreme Kreise wieder über Massenausweisung migrantischer Menschen diskutieren, sei ein deutliches Signal an alle demokratischen Kräfte, sich klar für unsere freiheitliche demokratische Grundordnung zu positionieren.
Viele Organisationen, Institutionen und große Teile der Gesellschaft protestieren gegen Rechtsextremismus. Landrätin Dagmar Schulz wird am Freitag an der Mahnwache auf dem Lüchower Marktplatz und am Sonnabend an der großen Demonstration in Dannenberg teilnehmen. 

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