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Wie man dem Igel beim Überwintern helfen kann – Tipps der Naturschutzbehörde des Landkreises Lüchow-Dannenberg

Igel suchen aktuell einen Unterschlupf für ihren Winterschlaf. Foto: Congerdesign auf Pixabay.deMit sinkenden Temperaturen wird es für den Igel Zeit, sich einen Unterschlupf für den Winterschlaf zu suchen. Gartenbesitzer können dabei unterstützen: „Igel bauen sich ihr Nest vor allem in Haufen aus Laub, Strauchschnitt und Reisig, unter Hecken und Holzstapeln aber auch in Komposthaufen oder unter Terrassendielen“, erklärt Dorothee Rößler vom Fachdienst Natur- und Landschaftsschutz des Landkreises Lüchow-Dannenberg. Sie rät: „Der Garten sollte nicht zu gründlich aufgeräumt sein, lieber belässt man ein paar wilde Ecken.“ Alternativ biete der Handel inzwischen fertige Igelhäuser.

„Bei milden Temperaturen können Igel auch noch im November im Garten aktiv sein. Gerade die Jung-Igel, die noch Fettposter für den Winterschlaf anlegen müssen, sind seit Oktober auch tagsüber anzutreffen“, erklärt Dorothee Rößler. Ausgewachsene Tiere mit ausreichend Winterspeck benötigten in der Regel keine Hilfe. Kümmern sollte man sich hingegen um junge Igel, die kleiner als eine Grapefruit sind, so Rößler. „Diese werden zu spät im Jahr geboren, um noch ausreichend Gewicht (ca. 500 Gramm) für den Winterschlaf anzufuttern.“ Allerdings: „Der Igel ist kein Haustier! Er gehört zu den geschützten Tierarten, die weder gefangen noch getötet werden dürfen.“ Das Bundesnaturschutzgesetz beschränkt eine Entnahme von Igeln demnach auf absolute Ausnahmen: Ausschließlich verletzte oder kranke Igel dürfen zeitweise aufgenommen werden, um sie gesund zu pflegen.

Wer seinem Gartenbewohner etwas Gutes tun will, kann im Spätherbst und im Frühjahr hochwertiges Katzentrocken- oder Nassfutter mit einem hohen Fleischanteil und Proteingehalt oder ein ungewürztes Rührei zufüttern. „Damit sich die Nachbarskatze nicht bedient, gibt es spezielle Futterhäuser“, informiert Rößler. Keinesfalls dürfe Milch gegeben werden, da Igel laktoseintolerant sind. Auch rohe Eier und Haferflocken sind nicht die richtige Nahrung. Der Igel könne Getreide nicht verstoffwechseln. „Auch dass Igel gerne Obst, z. B. Äpfel, fressen, ist ein Irrglaube“, erklärt Rößler, „es sind vielmehr die Insekten, die den Igel an das Fallobst im Garten locken. Schließlich ist der heimische Braunbrust-Igel ein reiner Insektenfresser. Seine natürliche Nahrung besteht hauptsächlich aus Raupen, Käfern, Tausendfüßern und sonstigen Insekten oder anderen Kleinstieren.“

Die Naturschutzbehörde warnt außerdem vor dem Einsatz von Mährobotern: Diese können für Jungigel eine Gefahr darstellen, insbesondere wenn die Geräte in der Dämmerung oder in der Nacht betrieben werden. Da Igel sich bei Gefahr zusammenrollen und eine Zeitlang erstarren, werden sie häufig von den scharfen Klingen des Mähroboters erfasst – oft mit tödlichem Ausgang.

Weitere ausführliche Informationen bietet der Verein Pro Igel auf seiner Website unter www.pro-igel.de. Für Rückfragen ist außerdem der Fachdienst Natur- und Landschaftsschutz unter 05841 / 120-545 erreichbar.

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