Corona: aktuelle Lage vom 23. März 2020, 12 Uhr

In einer Lagebesprechung haben am heutigen Vormittag Vertreter des Landkreises, der Samtgemeinden, des Gesundheitsamts, der Capio-Elbe-Jeetzel-Klinik und des Rettungswesens Abstimmungen zur aktuellen Situation und zum weiteren Vorgehen getroffen.

Aktueller Krankenstand

Die Zahl der bestätigten Krankheitsfälle hat sich über das Wochenende nicht erhöht, sie liegt weiterhin bei sechs Personen. Die Zahl der Kontaktpersonen ist gegenüber dem Vortag auf insgesamt acht gestiegen. Die neu hinzugekommenen Kontaktpersonen hatten Kontakt zu bestätigten Krankheitsfällen in Salzwedel und Lüneburg. Alle Infizierten wie auch die Kontaktpersonen befinden sich in häuslicher Quarantäne.

Diagnosezentrum Rosche durchgehend in Betrieb

Die Arbeit im Diagnosezentrum in Rosche lief auch am Wochenende weiter, teilte Dr. Claudia Schulze vom Gesundheitsamt Uelzen – Lüchow-Dannenberg mit. Weiterhin ist das Zentrum am Vormittag vier Stunden geöffnet und nimmt täglich etwa 60 Abstriche vor. Tests werden nur nach einer Überweisung durch den Hausarzt und mit einem Termin durchgeführt.

Das Nadelöhr stellen weiterhin die Labore dar: In Rosche wird nur der Abstrich genommen, die Proben gehen dann weiter an ein Labor in Hamburg. Im ungünstigsten Fall dauert es bis zu einer Woche, bis von dort ein Ergebnis vorliegt, erklärte Dr. Claudia Schulze.

Aufbau eines weiteren Diagnosezentrums in Dannenberg angedacht

Es laufen Überlegungen zur Einrichtung eines zweiten Diagnosezentrums. Dieses könnte an die Capio-Elbe-Jeetzel-Klinik in Dannenberg angedockt werden. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat hierzu bereits eine Vorplanung erstellt. Wie das Zentrum in Rosche könnte auch das Dannenberger Zentrum von der Kassenärztlichen Vereinigung betrieben werden. Von dort gibt es allerdings noch kein entsprechendes Signal.

Beschaffung von Schutzausrüstung

Wie viele andere Landkreise hat auch der Landkreis Lüchow-Dannenberg in der vergangenen Woche hinsichtlich der Beschaffung von Schutzausrüstung ein Amtshilfeersuchen an das Land gestellt. Parallel bemüht sich der Landkreis auch selbst um die Beschaffung von Schutzausrüstung. Auf dem freien Markt ist derzeit allerdings kaum etwas zu bekommen. Die Preise seien enorm hoch, berichtet Ordnungsamtsleiter Christian Schlenker, Liefertermine werden von den Anbietern in der Regel nicht genannt.

Der Rettungsdienst und die Capio-Elbe-Jeetzel-Klinik sind zumindest für die erste Phase ausreichend mit Schutzausrüstung versorgt. Wie lange diese reichen wird, hängt von der Anzahl der zu betreuenden PatientInnen ab.

Mehrere Pflegedienste und Träger von Pflegeheimen haben die Kreisverwaltung gebeten, bei der Beschaffung von Atemschutzmasken ebenfalls berücksichtigt zu werden.

Zum Hintergrund: Grundsätzlich obliegt es den in der Patientenversorgung und Pflege tätigen Praxen und Unternehmen, durch sachgerechte Bevorratung eigenständig Vorsorge für den Fall zu treffen, dass im Rahmen der eigenen Berufsausübung Schutzkleidung benötigt wird. Dies ist nicht Aufgabe des Landkreises. Schon die ersten Gespräche mit dem Gesundheitsamt und anderen Akteuren aus dem Gesundheitswesen haben jedoch schnell deutlich gemacht, dass in vielen Praxen und Unternehmen Schutzkleidung nur in bescheidenem Umfang zur Verfügung steht. Vor dem Hintergrund der aktuellen Lage bemüht sich der Landkreis darum derzeit, bei der Beschaffung der benötigen Masken, Kittel und Brillen zu unterstützen.

Polizei hat gut zu tun – Sorge um Zunahme häuslicher Gewalt

Das öffentliche Leben ist weitgehend eingeschränkt. Dass diese Beschränkungen auch eingehalten werden, überwacht in erster Linie die Polizei. „Das beschäftigt uns gerade sehr, mindestens am Telefon“, berichtet Ulrich Constabel.

Die Polizei rechnet damit, dass es in der nächsten Zeit zunehmend Schwierigkeiten im häuslichen Bereich geben wird – eine Sorge, die Dagmar Schulz, Leiterin des Jugendamts der Kreisverwaltung, teilt. Dagmar Schulz erläutert, dass im Bereich des Kinderschutzes derzeit die Gefahr bestehe, dass vieles „unter dem Radar“ Laufe. Dadurch dass Kitas und Schulen geschlossen sind, fallen diese wichtigen gesellschaftlichen Beobachtungsinstanzen weg.

Einkaufshilfen: Seniorenstützpunkt als Ansprechpartner

Bei Andrea Heilemann vom Seniorenstützpunkt im Kreishaus in Lüchow sind bereits die ersten Anfragen von Senioren eingegangen, ob jemand ihnen den Einkauf abnehmen könnte. Auch Kontakt zu Freiwilligen, die bei täglichen Besorgungen unterstützen wollen, pflegt Andrea Heilemann. Bei Bedarf vermittelt sie gerne den nötigen Kontakt. Sie ist telefonisch unter 05841 / 120-212 zu erreichen.

Der Landkreis Lüchow-Dannenberg informiert fortlaufend per Pressemitteilung und unter www.luechow-dannenberg.de über die aktuelle Situation. Grundlegende Infos und den aktuellen Krankenstand gibt es unter www.luechow-dannenberg.de/coronavirus.

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