Corona: aktuelle Lage vom 14. April 2020, 11.40 Uhr

In der wöchentlichen „großen Lagebesprechung“ unter Leitung von Landrat Jürgen Schulz haben Mitglieder des Krisenstabs des Landkreises Lüchow-Dannenberg und Vertreter des Gesundheitsamts Uelzen – Lüchow-Dannenberg, der Samtgemeinden, der Polizei, der Capio-Elbe-Jeetzel-Klinik und des Rettungswesens sich erneut ausführlich zur aktuellen Situation abgestimmt und weitere Maßnahmen beschlossen.

Aktueller Krankenstand

Das Gesundheitsamt Uelzen – Lüchow-Dannenberg führt für den Landkreis Lüchow-Dannenberg derzeit 14 Infizierte in der Statistik, davon sind 12 bereits wieder genesen, zwei verstorben. Demnach gibt es in Lüchow-Dannenberg derzeit keine akut Erkrankten. Die Zahl der Kontaktpersonen beträgt 27, diese Personen befinden sich vorsorglich in häuslicher Quarantäne.

Infiziertenfall in der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik vom Wochenende

Für Beunruhigung hatte am Osterwochenende der Fall eines Krankenpflegers gesorgt, der als Leiharbeitskraft in der Klinik tätig ist: Der 34-Jährige aus dem Landkreis Uelzen hatte noch bis Karfreitag seinen üblichen Dienst versehen, bevor er aufgrund von Krankheitssymptomen am gleichen Tag getestet wurde. Am Karsamstag lag das positive Testergebnis vor.

Nachdem in der Berichterstattung der Eindruck entstanden war, der junge Mann hätte seine Krankheitssymptome seinem Arbeitgeber gegenüber verschwiegen, hat der Erkrankte sich heute Morgen (14. April 2020) telefonisch an das Landratsbüro der Kreisverwaltung gewandt. Der Pfleger legt Wert auf die Feststellung, dass er sich nicht fehlverhalten habe und dass im Verlauf der Woche bei ihm kein Verdacht aufgekommen sei, er sei an Covid-19 erkrankt.

Im Gespräch mit Landrat Jürgen Schulz schilderte der junge Mann, dass er als Teilzeitkraft nur am Montag, den 6. und am Freitag, den 10. im Dienst gewesen sei. Dazwischen habe er frei gehabt. Er sei Birkenpollen-Allergiker und habe sich am Dienstag eine Hypersensibilisierungsspritze geben lassen. Dies führe gelegentlich zu Reaktionen wie beispielsweise einem leichten Anstieg der Temperatur. Er habe keinerlei Symptome an sich bemerkt, die auf eine Covid-19-Erkrankung hindeuteten. Am Freitag, den 10. April habe er ohne Symptome und fieberfrei in der Frühschicht gearbeitet. Erst nach Feierabend, am Nachmittag, habe er wieder einen Temperaturanstieg bei sich festgestellt. Er habe sich dann selbst in die Notaufnahme der Klinik begeben und sei dort untersucht worden. Auch zu diesem Zeitpunkt bestand noch kein Verdacht auf eine Covid-19-Infektion. Vorsorglich sei ein Test gemacht worden, der sich am Samstag – für ihn überraschend – als positiv herausstellte.

Nach Auskunft der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik wurde der Mitarbeiter unter der Woche an drei Tagen als erkrankt geführt. Er sei auf Weisung eines diensthabenden Arztes getestet worden. Damit stellt sich der Sachverhalt auch drei Tage nach dem Bekanntwerden widersprüchlich dar.

Der Erkrankte hatte nach jetzigem Erkenntnisstand Kontakt zu 15 Kolleginnen und Kollegen, von denen sich 13 in häuslicher Quarantäne befinden, darunter acht Lüchow-Dannenberger.

Es gab Kontakt zu insgesamt 23 Patientinnen und Patienten. Nach den Ermittlungen des Gesundheitsamt sind darunter 18 Personen aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg und fünf aus anderen Landkreisen. Letztere wurden zuständigkeitshalber an die Gesundheitsämter des ersten Wohnsitzes abgegeben. Von den Patienten aus Lüchow-Dannenberg befinden sich fünf noch in der Dannenberger Klinik, drei werden anderweitig stationär behandelt, zwei Personen halten sich wieder in ihrem Alten- und Pflegeheim auf. Diese zehn Personen sind von anderen PatientInnen bzw. Bewohnern streng isoliert. Für sechs Personen hat das Gesundheitsamt eine häusliche Quarantäne angeordnet. Eine Person erhielt keine Quarantäneauflage. Die Ermittlungsarbeit ist allerdings noch nicht abgeschlossen, teilt das Gesundheitsamt mit. Zur Zeit versuche man mit Nachdruck, eine weitere Person, die auf der Liste der Kontaktpersonen steht, zu erreichen.  

Beschaffung Schutzausrüstung

Vor dem Hintergrund des Infiziertenfalls in der Dannenberger Klinik hat der Krisenstab über die Polizeiinspektion Lüneburg darum gebeten, bei zukünftigen Amtshilfeersuchen der Kreisverwaltung an das Land mit Priorität berücksichtigt zu werden.

Statistik des Diagnosezentrums Rosche

Über das verlängerte Osterwochenende sind in Rosche sechs Personen getestet worden, davon drei aus Lüchow-Dannenberg. Insgesamt sind bis zum Ostermontag 766 Rachenabstriche genommen worden, davon haben 184 Testpersonen ihren ersten Wohnsitz in Lüchow-Dannenberg. 

Tagestourismus über das Osterwochenende

Bis einschließlich Ostermontag galt für die Stadtinsel Hitzacker und für den „Kniepenberg“ ein Betretungsverbot. Ulrich Constabel vom Lüchower Polizeikommissariat berichtet, dieses sei mit Unterstützung von Bereitschaftspolizei „eng überwacht“ worden. Insbesondere während der Geschäftsöffnungszeiten am Samstag sei es dabei allerdings schwer zu unterscheiden gewesen, wer sich berechtigterweise auf der Insel aufhielt (z. B. für Einkäufe) und wer nicht. An den Feiertagen habe es keine Probleme gegeben. Auch der Motorradverkehr auf der Elbuferstraße habe erheblich nachgelassen.

Öffentliche Ratssitzungen in Lüchow – aber mit Abstand

In dieser Woche finden zwei öffentliche Ratssitzungen statt, informierte Lüchows Samtgemeindebürgermeister Hubert Schwedland. Um den nötigen Abstand einzuhalten, finden beide Sitzungen in der Sporthalle der Lüchower Grundschule statt. Die Platzzahl ist begrenzt, es wird eine strenge Einlasskontrolle geben. Zehn Ordnungskräfte werden für die Wahrung des Abstands sorgen, so Schwedland. Auf Empfehlung des Gesundheitsamts wird außerdem vorsorglich eine Teilnehmerliste geführt.

Bei häuslicher Gewalt: Teams des Jugendamts sind vorbereitet

Der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) der Kreisverwaltung ist für den Fall, dass sie in Familien, die sich in Quarantäne befinden, zum Einsatz kommen, entsprechend ausgestattet. Dies teilte Dagmar Schulz als Leiterin des Fachdienstes Jugend – Familie – Bildung mit. Die Mitarbeitenden wurden in der Handhabung der nötigen Schutzausrüstung geschult. Zudem wurde ein Dienstwagen eigens mit einer Plexiglasscheibe als Spuckschutz ausgestattet.

Der Landkreis Lüchow-Dannenberg informiert fortlaufend unter www.luechow-dannenberg.de über die aktuelle Situation.

Grundlegende Informationen und den aktuellen Krankenstand gibt es außerdem unter www.luechow-dannenberg.de/coronavirus.

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